Lençóis bedeutet Bettlaken, und von oben sieht der Park genau so aus: endlose weiße Dünen, in weichen Falten bis zum Horizont ausgebreitet. Was ihn von jeder anderen Wüste der Welt unterscheidet, ist das Wasser. Dieser Küstenabschnitt bekommt schwere Saisonregen, aber der Sand liegt auf einer wasserundurchlässigen Gesteinsschicht, sodass das Regenwasser statt zu versickern in den Tälern zwischen den Dünen steht und Tausende einzelne Lagunen bildet.
Für einige Monate im Jahr sind diese Lagunen voll, klar und warm, sie leuchten türkis vor dem weißen Sand, ohne ein einziges Gebäude oder eine Straße in Sicht. Man erklimmt eine Düne und erwartet mehr Sand, und findet stattdessen einen Pool in der Farbe des Himmels auf der anderen Seite. Dann erklimmt man die nächste Düne und erlebt es wieder. Es gibt nirgendwo sonst etwas Vergleichbares.
Der Haken ist, dass alles vollständig saisonal ist. Kommt man zur falschen Zeit, sind die Lagunen halb leer oder ganz verschwunden, und die Magie verschwindet mit ihnen. Den richtigen Zeitpunkt zu treffen ist die wichtigste Entscheidung bei dieser Reise.