Lange vor Rio wurde die Geschichte des modernen Brasiliens hier geschrieben, im kühlen Hochland von Minas Gerais. Das Gold und die Edelsteine, die man Ende des 17. Jahrhunderts in diesen Bergen fand, lösten einen Rausch aus, der Portugal zur Weltmacht machte und die schönsten Kolonialstädte des Landes hinterließ. Ouro Preto, der erste Ort Brasiliens, der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, ist das Juwel: bemalte Häuser und dreizehn Barockkirchen, die sich über steile Kopfsteinpflastergassen ziehen, bis heute bewohnt, bis heute eine lebendige Universitätsstadt und kein Museum.
Von einer Basis in Ouro Preto und der Hauptstadt Belo Horizonte öffnet sich die Region in bequemen Tagesausflügen. Das nahe Mariana, die älteste Stadt des Bundesstaates, verbirgt vergoldete Kirchen und alte Goldminen, in die man hineingehen kann. In Congonhas steht das Meisterwerk Aleijadinhos, des körperlich gezeichneten Bildhauers gemischter Herkunft, der zum Genie des brasilianischen Barock wurde: seine zwölf lebensgroßen Specksteinpropheten bewachen die Wallfahrtskirche Bom Jesus, selbst UNESCO-Weltkulturerbe. Und auf der anderen Seite von Belo Horizonte verbindet Inhotim eine der großen Freiluft-Sammlungen zeitgenössischer Kunst weltweit mit einem 250 Hektar großen botanischen Garten, ein ganzer, unvergesslicher Tag.
Minas ist außerdem, ganz einfach, die Region, in der Brasilien am besten isst. Die Comida Mineira, langsam geschmortes Schweinefleisch, hausgemachte Käse, Cachaça und der beste Kaffee des Landes, ist eine eigene Küche, und das halbe Vergnügen einer Reise hierher. Wir bringen Sie in einer kolonialen Pousada in Ouro Preto und einem Boutique-Hotel in Belo Horizonte unter, halten die Fahrtwege kurz und bauen das Essen unterwegs mit ein. Die Region passt bestens ans Ende einer Rio-Reise entlang der alten Goldstraße Estrada Real, oder als kultureller Gegenpol zu Stränden und Amazonas.